Hydraulische Durchlauferhitzer

Hydraulische Durchlauferhitzer sind die Klassiker unter den Warmwasserbereitern. Häufig findet man sie in Haushalten, in denen Sie bereits vor Jahren oder gar Jahrzenten eingebaut worden sind. Das liegt nicht zu Letzt an der Langlebigkeit von hydraulischen Durchlauferhitzern. Eine Nutzungszeit von 10 – 20 Jahren ist keine Seltenheit. Doch sollten man heute immer noch zu einem hydraulischen Durchlauferhitzer greifen und wenn ja, für welchen Einsatzzweck? Lohnt es sich einen hydraulischen Durchlauferhitzer ins Bad, die Küche oder das Gäste-WC einzubauen?

In unseren Recherchen und Durchlauferhitzer Vergleichen hat sich gezeigt, dass hydraulische Geräte nicht auf dem neuesten Stand der Technik sondern eher veraltet sind. Wird ein Durchlauferhitzer hydraulisch gesteuert, erfolgt die Warmwasserbereitung auf Basis der Menge, beziehungsweise des Drucks, des einfließenden Leitungswassers. Damit die Geräte eine Heizleistung erbringen können, ist eine Mindestdurchflussmenge zwingend notwendig. Dadurch steigt der Wasserverbrauch im Vergleich zu elektronischen Durchlauferhitzern.

Eine konstante Temperatursteuerung fällt hydraulischen Durchlauferhitzern zudem schwer. Mit Druckschwankungen können sie mangels Elektronik nicht so gut umgehen. Gerade beim Duschen, ist das kein Spaß. Mit einem hydraulischen Durchlauferhitzer müssen Sie immer mit Temperaturschwankungen rechnen. Auch lässt sich die gewünschte Temperatur bei diesen Geräten nicht gradgenau einstellen.

Ein wesentliches Manko sind zudem die laufenden Betriebskosten. Auch wenn der Name es nicht vermuten lässt, sind die Stromkosten bei hydraulisch gesteuerten Durchlauferhitzern wesentlich höher als bei modernen elektrischen Durchlauferhitzern. Ein großer Vorteil von hydraulischen Durchlauferhitzern sind jedoch die geringen Anschaffungskosten.

Für ein Badezimmer würden wir hydraulische Durchlauferhitzer auf Grund ihres geringen Komforts und der Verbrauchskosten nicht empfehlen. Auch für Bereitstellung von warmem Wasser an mehreren Zapfstellen gleichzeitig, halten wir hydraulisch gesteuerte Durchlauferhitzer für weniger geeignet. Bei gleichzeitiger Nutzung kann das Gerät die Temperatur nicht an beiden Entnahmestellen gleichmäßig halten.

Hydraulische Durchlauferhitzer machen aus unserer Sicht nur an Entnahmestellen Sinn, bei denen Temperaturschwankungen nicht so schlimm sind und nur geringe Mengen Warmwasser benötigt werden. Mögliche Einsatzorte sind demnach die Küche oder ein Gäste-WC. Häufig werden hier hydraulisch gesteuerte Kleindurchlauferhitzer eingesetzt.

Hydraulische Durchlauferhitzer im Vergleich

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Hersteller AEG Siemens Stiebel Eltron Stiebel Eltron Siemens
Modell DDLT PinControl DH21400 DHF C DNM DH04101
Temperaturwahl zweistufig zweistufig
38 °C | 60 °C
zweistufig Temperaturerhöhung
um ca. 25 °C
fix
38 °C
Leistung (kW) 13,5 | 18 | 21 | 24 21 13,2 | 15 | 18 | 21 | 24 3,5 | 4,4 | 5,7 3,5
Energieeffizienzklasse A A A A A
Mindestdurchflussmenge unbekannt 4,5 l/min 2,5 l/min 2,5 l/min 1,3 l/min
Anschluss ~ 3 Zapfstellen
Hoher Wasserbedarf

Badezimmer + Küche
~ 3 Zapfstellen
Hoher Wasserbedarf

Badezimmer + Küche
~ 2 Zapfstellen
Mittlerer Wasserbedarf

Dusch-Badezimmer + Küche
Küche + Gäste-WC
1 Zapfstelle
Niedriger Wasserbedarf

Gäste-WC
Waschkeller
Werkstatt / Garage
1 Zapfstelle
Niedriger Wasserbedarf

Gäste-WC
Waschkeller
Werkstatt / Garage
Geeignet für Baden
Duschen
Spülen
Hände waschen
Baden
Duschen
Spülen
Hände waschen
Duschen
Spülen
Hände waschen
Hände waschen Hände waschen
Volt 400 400 400 200 220 - 240
Preis EUR 180,12 EUR 196,00 EUR 391,32 EUR 88,50 EUR 148,18
Produktdetails

Hydraulische Durchlauferhitzer - Stromverbrauch und Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten großer, hydraulisch gesteuerter Durchlauferhitzer zum Beispiel fürs Badezimmer sind vergleichsweise gering. Meist bewegen sie sich in einer Preisspanne von 150 – 400 €. Hydraulische Kleindurchlauferhitzer gibt es sogar schon für unter 100 €.

Was den Stromverbrauch hydraulischer Durchlauferhitzer angeht, kann man aber leider nicht von günstig sprechen. Im Vergleich zu modernen elektrischen Geräten ist der Verbrauch oft um bis zu 20 % höher! Das hat im Wesentlichen zwei Gründe:

  1. Hydraulische Durchlauferhitzer können nur in 2 bis 3 Temperaturstufen eingestellt werden. Möchten Sie beispielsweise bei 38 °C duschen, so müssen Sie die nächst höherer Temperaturstufe auswählen, zum Beispiel 50 oder 60 °C. Der hydraulische Durchlauferhitzer wendet nun viel Energie auf, um das Wasser auf eine so hohe Temperatur zu erhitzen, nur damit Sie anschließend durch Beimischen von kaltem Wasser, diese Temperatur wieder auf ein angenehmes Maß reduzieren. Ein Großteil der Energie wird also verschwendet!
  2. Wird ein Durchlauferhitzer hydraulisch gesteuert, verbraucht er viel Energie um Druckschwankungen im Leitungsnetz auszugleichen und die Wassertemperatur zu regulieren.

Vor- und Nachteile eines hydraulischen Durchlauferhitzers

Hydraulische Durchlauferhitzer – Vorteile im Überblick:

  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Hohe Lebensdauer, einmal angeschafft hält das Gerät ewig
  • Geringer Wärmeverlust durch kurze Leitungswege
  • Hygienisches Trinkwasser im Vergleich zu Boilern
  • Platzsparender als Warmwasserspeicher

Hydraulische Durchlauferhitzer – Nachteile im Überblick:

  • Mindestdurchflussmenge zum Einschalten und zum Betrieb notwendig
  • Höherer Wasserverbrauch, da zunächst eine Menge Kaltwasser abläuft, bevor sich das Gerät einschaltet
  • Hoher Stromverbrauch, sogar bis zu 20 % höher als bei elektronischen Durchlauferhitzern
  • Ungenaue Temperatureinstellung
  • Temperaturschwankungen
  • Wenig Komfort

Wie funktionieren hydraulische Durchlauferhitzer?

Vereinfachtes Schaubild der Funktionsweise eines hydraulischen Durchlauferhitzers

Funktionsschema hydraulische Durchlauferhitzer

  1. Kaltwasseranschluss
  2. Wassersieb
  3. Kaltwasserabsperrventil
  4. Drehwähler
  5. Venturidüse
  1. Wassermengenregler
  2. Strömungsschalter
  3. Heizblock mit Heizwendel
  4. Warmwasseranschluss

Ein hydraulischer Durchlauferhitzer erwärmt Wasser mechanisch. Die Funktionsweise unterscheidet sich auf den ersten Blick nur gering von der eines elektronischen Durchlauferhitzers. Nach dem Durchflussprinzip läuft kaltes Wasser in das Gerät ein, wird durch einen Heizblock erhitzt um anschließend warm aus dem Wasserhahn zu laufen. Doch möchten wir hier auf die genaue Regelung eines hydraulischen Durchlauferhitzers eingehen.

Das Gerät verfügt je über einen Kalt- und einen Warmwasseranschluss. Über den Kaltwasseranschluss (1) strömt Wasser in die Rohre des hydraulischen Durchlauferhitzers ein. Direkt am Anfang der Rohre, ist in der Regel ein Sieb (2) verbaut, das Schmutzpartikel oder Kalk auffängt.

Anschließend fließt das kalte Wasser durch einen Wassermengenregler (6). Dieser erkennt den Wasserdruck beziehungsweise Druckschwankungen in den Wasserleitungen und passt die Wassermenge so an, dass er den schwankenden Druck ausgleichen kann und der Wasserdurchfluss im Gerät konstant bleibt. Das ist wichtig, denn dadurch ist der hydraulische Durchlauferhitzer in der Lage die eingestellte Temperatur zu halten.

Das Wasser läuft nun durch einen Strömungsschalter (7) mit einer integrierten Venturidüse. In der Venturidüse (5) wird durch das durchfließende Wasser ein Differenzdruck erzeugt. Dadurch erkennt der Strömungsschalter die Menge des durchfließenden Wassers, schließt den Stromkreis und aktiviert die Heizwendel (8). Im Gerät sind mehrere Heizwendel verbaut. Bei einer geringen Durchflussmenge ist der Differenzdruck gering und es werden nicht alle Heizwendel aktiviert. Wird viel Wasser gezapft, erhöht sich der Druck entsprechend und es werden alle Heizwendel für die Erhitzung des Wassers auf die gewünschte Temperatur benötigt. Nachdem das Wasser erwärmt wurde, fließt es durch den Warmwasseranschluss (9) aus Ihrem Wasserhahn.

Wenn kein Wasser mehr gezapft wird, sinkt der Differenzdruck in der Venturidüse und der Strömungsschalter unterbricht den Stromkreis, sodass der Heizvorgang stoppt.

Zusammengefasst regelt sich ein hydraulischer Durchlauferhitzer also über die Wassermenge beziehungsweise den Wasserdruck. Deshalb ist bei diesen Geräten immer eine Mindestdurchflussmenge notwendig, damit eine Heizleistung einsetzen kann. Mangels elektronischer Steuerung mit Sensoren, sind hydraulische Durchlauferhitzer zwar in der Lage Druckschwankungen auszugleichen und die Temperatur relativ konstant zu halten, allerdings klappt dies nur bis zu einem gewissen Punkt. Der Komfort von hydraulischen Durchlauferhitzern zu Warmwasserbereitung ist insofern geringer.

Häufig gestellte Fragen zu hydraulischen Durchlauferhitzern

Durchlauferhitzer werden über Starkstrom angeschlossen. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich das Anschließen und Installieren von einem Fachmann durchführen zu lassen. In der Regel verweisen Hersteller hydraulischer Durchlauferhitzer auch darauf, dass die Garantie entfällt, wenn das Gerät nicht fachgerecht angeschlossen wurde.

Bei hydraulischen Durchlauferhitzern gibt es nicht viele Einstellmöglichkeiten. Was Sie einstellen können und sollten, ist die Mindestdurchflussmenge des Wassers. Davon hängt ab, ab welcher Menge das Gerät anspringt und anfängt zu heizen. Am besten lassen Sie hydraulische Durchlauferhitzer direkt bei Installation auch fachgerecht einstellen.

Während des Betriebs können Sie nur noch die einzelnen Temperaturstufen einstellen. Über ein Drehrad können Sie je nach Modell aus zwei oder drei Stufen wählen.

Für einen hydraulischen Durchlauferhitzer benötigen Sie eine Armatur mit zwei Anschlüssen – einen Kaltwasser- und einen Warmwasseranschluss. Diese Armaturen werden Hochdruckarmaturen genannt.

Niederdruckarmaturen sind für hydraulische Durchlauferhitzer nicht geeignet, sondern werden für Boiler beziehungsweise Warmwasserspeicher mit drei Anschlüssen verwendet.

Kurz gesagt – Sie können nicht viel tun! Die Funktionsweise eines hydraulischen Durchlauferhitzers bringt es mit sich, dass dieser mit sich änderndem Leitungsdruck nicht gut zu Recht kommt. Sie können Temperaturschwankungen reduzieren, in dem Sie immer nur an einer Zapfstelle Wasser nutzen. Dadurch entfallen zumindest Schwankungen durch die Verwendung von Wasser an zwei Wasserhähnen parallel.

Ansonsten bleibt die einzige Alternative sich eine neuen elektronischen Durchlauferhitzer kaufen.

Eine Wartung von hydraulischen Durchlauferhitzern ist in der Regel nicht notwendig. Einzig im Hinblick auf Kalkbildung im Inneren des Geräts macht eine Wartung Sinn. Hierfür wenden Sie sich am besten an einen Gas-Wasser-Installateur, der Ihnen genau sagen kann ob ihr hydraulisch gesteuerter Durchlauferhitzer gewartet werden muss und in welchen Intervallen die Wartung erfolgen sollte. Die Wartung wird dann vom Fachmann direkt vorgenommen.

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